Akutklinik Bad Saulgau
  
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Prostatacarcinom

Das Prostatacarcinom ist mit ca. 60.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste maligne Neuerkrankung des Mannes in Deutschland.

Patienten nach lokaler kurativer Therapie (radikale Prostatektomie oder Strahlentherapie) eines Prostatacarcinoms sollte laut Empfehlung der S3-Leitlinie Prostatacarcinom eine fachspezifische Rehabilitation, z.B. in Form einer Anschlussheilbehandlung (AHB) angeboten werden.

Zur  Behandlung des Prostatacarcinoms stehen mehrere Therapieoptionen zur Verfügung: radikale Prostatovesikulektomie, primäre oder adjuvante Bestrahlung, neo-/adjuvante Hormontherapie, Chemotherapie.

Die Wichtigkeit einer Rehabilitation in Form der AHB oder einer Tumornachsorgemaßnahme (Heilverfahren) ergibt sich aus den steigenden Anforderungen des Patienten:
Wunsch nach Heilung vom Tumor; Anforderungen an eine umfassende Lebensqualität, Wiedererreichen einer möglichst uneingeschränkten Leistungsfähigkeit, zeitnahe Reintegration in Beruf und Gesellschaft.

Wichtige Rehabilitationsinhalte sind:
Posttherapeutische Beratung (bisheriger Therapieverlauf; ggf. adjuvante Therapie; Empfehlung aktive Nachsorge)

Multimodales Kontinenztraining (BB-Gymnastik, Reizstrombehandlung der BB-Region, Vermittlung der Anatomie, apparatives Biofeedback, spezielles physiotherapeutisches Kontinenztraining in Gruppen- und Einzelübungen, ggf. blasenfunktionsstabilisierende Medikamente)
Personelles Biofeedback: Physiotherapie: Vermittlung basaler anatomischer und physiologischer Kenntnisse; unter therapeutischer Anleitung trainiert der Pat. kontinuierlich den bewussten, isolierten Einsatz der Beckenbodenmuskulatur unter Belastung (z.B. Husten, Heben, Aufstehen, Springen, Treppensteigen). Die Kontinenzsituation verbessert sich unter Alltagsbedingungen, der Patient lernt den ungewollten Urinverlust unter Belastungsbedingungen im Alltag besser zu kontrollieren.
Bei Bedarf wird ein apparatives Biofeeback zur Visualisierung der Beckenbodenkontraktionskraft eingesetzt. Der Patient erhält Rückmeldung über den Funktionszustand seines Beckenbodens.

Umfassende Information über die bestehenden Behandlungsoptionen bei postoperativer ED und bei Bedarf Einleitung v. therapeutischen Maßnahmen zur Frührehabilitation der Schwellkörperfunktion; auf Wunsch Sexualberatung;

 Ausdauer- u. moderates Krafttraining; psychoonkologische Beratung; Progressive Muskelentspannung; Seminar zur Gesundheitsbildung;

Optionale Inhalte: sozialrechtliche Beratung; Teilnahme an Diätberatung/Lehrküche; Ergotherapie.

Die Rehabilitation sollte fachurologisch und bei entsprechender Komorbidität multidisziplinär nach multimodalem Therapiekonzept sein.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
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